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Bauprojekt: Mein kleines BW

geschrieben von EfBeGe 
Bauprojekt: Mein kleines BW
01.09.2015 17:55:37
Irgendwie muß man ja beginnen.

Platz ist keiner, Geld hat es wenig, aber jede Menge Gleise von einer früheren Anlage sind noch vorhanden. Als mir dann ein Gleisplan für ein BW in einer älteren MIBA-Ausgabe in die Hände fiel, war die Entscheidung gefallen: mit dem Vorhandenen und möglichst wenig neu zu Kaufendem sollte ein kleines BW entstehen, so daß meine Modelloks eine Heimat bekommen. Und ich sie wenigstens "auf und ab fahren" sehen kann.

Das erste Problem ergab sich, als ich das Längenmaß des MIBA-BWs mit dem vorhandenen Modulkasten der Anlage, die nach dem Umzug nicht mehr aufgebaut werden kann, verglich: 190 cm zu 120 cm. Eine Übernahme des Gleisplans war also nicht möglich. Aber der Modulkasten sollte auf jeden Fall Verwendung finden, zumal dessen Größe für die hiesigen Verhältnisse (und vor allem die Aufbewahrung) nahezu optimal ist. Da hieß es dann so lange Gleise, Weichen, Drehscheibe und Lokschuppen auf der Platte Hin und Her verschieben, bis es irgendwie paßte und alle notwendigen bzw. gewünschten Dinge ihren Platz gefunden hatten.

Sicherlich herrscht eine drangvolle Enge; für das Rohrblasgerüst findet sich vermutlich kein Platz (aber nach einiger Recherche fand ich, daß es ein solches ohnehin nicht in jedem BW gab), und auch ansonsten müssen einige Kompromisse geschlossen werden. Von der Größe bis hin zur Anordnung der Betriebsanlagen. Was im Modellfall natürlich den Vorteil mit sich bringt, mehr rangieren zu müssen.

Nach etlichen Änderungen war am Ende alles, was ich unterbringen wollte, plaziert: Drehscheibe, 3-ständiger Ringlokschuppen, Bekohlung, Schlackengrube, Wasserkran. Sogar für ein Verwaltungsgebäude findet sich noch Platz. Es ist letztlich sicherlich nicht optimal, und Puristen werden vermutlich so manches daraus auszusetzen haben, aber für mich erfüllt der Plan seinen Zweck.

Durch die überschaubare Größe besteht die Chance, in absehbarer Zeit Fortschritte zu sehen und einen betriebsfähigen Anlagenteil zu haben. Fernerhin dient mir das als Übungsstück, um nach einigen Jahren nur theoretischem Modellbahnhobby wieder in die Praxis einzusteigen (ähnlich dem Bauprojekt Diorama Faller Klosterhof B 350, mit dem ich den Gebäude- und Landschaftsbau "üben" will).

Da es auch nach dem Umzug räumlich eng für eine Modellbahnanlage ist, wird es auf eine Anlage in einzelnen Modulen, die zum Betrieb machen zu einer größeren Einheit zusammengestellt werden, hinauslaufen. Das bietet mir zudem den Vorteil, verschiedene Epochen darstellen zu können. Das BW werde ich in die frühen 70er Jahre des 20. Jahrhunderts einordnen. Diese Zeit habe ich in meiner Kindheit eisenbahnmäßig noch miterlebt und war - vermutlich nicht immer zur Freudes des Bahnpersonals - häufig als Besucher im BW Aschaffenburg, das seinerzeit eine doch recht stattliche Größe hatte. Vor allem die letzten dort stationierten Dampflokomotiven der Baureihe 65 hatten es mir immer wieder angetan.

Zwar wird es mir nicht mal annähernd möglich sein, ein BW dieser Größenordnung nachzubilden, aber so ein paar Kindheits- und Jugenderinnerungen werden doch in das Modul einfließen. Aber sicherlich nicht das jämmerliche Bild der ausgemusterten 65er, die einige Zeit auf einem Abstellgleis vor sich hin rosteten, bis sie zur Verschrottung abgeholt wurden.

Etwas mehr und auch Fotos vom (vermutlich) endgültigen Plan die nächsten Tage.

Viele Grüße
Bernhard
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Module (Gleichstrom) und Dioramen in H0


Plan fertig - oder warum erst dann die richtige Idee kommt
22.09.2015 16:54:11
Die Drehscheibe ist eingebaut.
Die Weichenpositionen sind festgelegt.
Die Schienen liegen weitgehend.

Und dann wird es doch ganz anders.


Na ja, nicht ganz, aber fast. Endlich ging es baumäßig ein Stück weiter, nachdem ich immer wieder überlegt und probiert hatte, wie etwas aussah oder zusammen paßte. Schließlich gefiel mir, was ich sah. Also wurde die Drehscheibe eingebaut, die Position der Weichen bestimmt, die Löcher für die Unterflurantriebe gebohrt, Weichen und (fast) alle Gleise festgenagelt. Und alles mit ausreichend Stromzuführungskabeln versehen, denn zunächst wird die Steuerung der Loks noch analog erfolgen. Erste Fahrversuche auf den provisorisch mit Strom versorgten Gleisen, ob denn vor allem meine kleinen Loks mit kurzem Radstand (z. B. Röwa T3, Fleischmann 70, Trix 80 - meine erste Lok von 1963 und ja, die fährt immer noch) gut über die Weichen kommen. (Der Digitalumbau beginnt erst, wenn das BW - bzw. die BW-Gleise - zumindest in fahrfähigem Zustand ist bzw. sind.)

Dann sehe ich mir das Ganze einigermaßen zufrieden an - und es fällt mir wie Schuppen von den Augen. Zwei Weichen ausgetauscht, sieht die Gleisführung nicht nur besser aus, sondern es gibt sogar - was bisher nicht möglich war - einen sauberen 90-Grad Übergang am Modulende zur späteren Anlage.

Also Kommando zumindest teilweise zurück, die beiden Weichen wieder ausgebaut, in die neue Position gebracht und dabei eine Weiche durch eine Y-Weiche ersetzt.

Allerdings liegt das jetzt erst mal für ein bis zwei Tage auf der Platte, ohne die Löcher für die Antriebe zu bohren oder die Gleise festzunageln. Wenn es mir dann immer noch zusagt, und nicht wieder eine neue Idee auftaucht, werden die Gleise endgültig fixiert. Und dann auch die Unterflurantriebe installiert.

Viele Grüße
Bernhard
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Module (Gleichstrom) und Dioramen in H0


So soll es sein oder die Gleise sind verlegt
30.11.2015 17:18:10
Sichtbare Fortschritte: Gleise und Drehscheibe sind eingebaut.
Aber funktioniert das Ganze auch?

Es hat jetzt zwar ein paar Tage länger gedauert, als geplant, aber es ist tatsächlich geschafft: alle Gleise liegen in ihrer derzeit endgültigen Position. Die Fahrstromanschlüsse sind angelötet und provisorisch mit einem Trafo verbunden, desgleichen ist die Drehscheibe angeschlossen. Die Unterflurweichenantriebe sind montiert und ebenfalls verdrahtet. Die kleine BW-Anlage ist also theoretisch fahrbereit fertig.BW Modul, Ansicht von unten (Anm.: Ein Teil der auf dem Foto zu sehenden Drähte liegen allerdings noch provisorisch bzw. dienen dem Testbetrieb.)

Erste Testfahrten mit verschiedenen Lokomotiven (u. a. pr S 10, BR 03, V 220) verliefen dann auch praktisch erfolgreich, lediglich an ein paar wenigen Stellen mußte etwas nachgearbeitet werden. Als Gleismaterial kam durchgehend Roco-Gleis mit 2,5 mm Profilhöhe zur Verwendung. Das stammt von einer früheren Anlage aus meiner Jugend und hat somit schon etliche Jahre auf dem Buckel, funktoniert nach etwas sauber machen allerdings einwandfrei. Selbst die Weichen mit ihren Herzstücken aus Kunststoff werden auch von kleinen Loks mit kurzem Radstand (z. B. pr T 3) anstandslos durchfahren.

So kann ich also an die Gebäude denken. Vor Jahren erwarb ich den dreiständigen Kibri Lokschuppen "Ottbergen" nebst Wasserturm, beides soll hier zum Einsatz kommen. Von Faller befindet sich eine Bekohlungsanlage im Besitz. Die ist vielleicht etwas zu klein, aber nun mal da und platzmäßig passend. Später werden noch eine Besandungsanlage, eine Schlackengrube sowie ein Wasserkran hinzukommen.

Betrieblich habe ich inzwischen beschlossen, den Fahrbetrieb auf digital umzustellen, die Steuerung der übrigen Anlage (Weichen, Beleuchtung etc.) jedoch durchweg in bewährter analoger Technik zu belassen. Bei einem Modul mit gerade mal vier Weichen ist alles doch recht übersichtlich. Eine größere Anlage "aus einem Stück" werde ich aus Platzgründen die nächsten Jahre hier nicht unterbringen können, und für einzelne geplante Module - z. B. ein Kopfbahnhof - erscheint die bewährte Technik ebenfalls mehr als ausreichend, zumal sich auch da die Anzahl der Weichen in Grenzen halten wird. Außerdem ist das eine Kostenfrage - ich stecke das Modellbahnbudget lieber in Rollmaterial und Ausstattung als in Elektronik.

Gesamtansicht BW-ModulZunächst jedoch geht es daran, das Verwaltungsgebäude zu erstellen. Die Lok-Leitstelle von Vollmer (Art. 45712) hätte mir zwar ob des Krüppelwalmdaches etwas besser gefallen, würde aber stilistisch nicht so gut zu den vorhandenen Anlagen passen. Daher ist das DB-Verwaltungsgebäude (Art. 120235) von Faller vorgesehen, das ich mir dieser Tage zugelegt habe und in der nächsten Woche zusammen bauen will. Die Grundplatte wurde probehalber schon mal aufgelegt und die Position an der Ecke bestimmt. Das enthebt mich praktischerweise der Überlegung, wie denn die Zufahrt zu den Parkplätzen auszusehen hat.

Langsam geht es also voran.

Das Foto zeigt den Zustand, als ich den Testbetrieb begann. Daß allerdings noch ein Gleis hinzukommen würde, war mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewußt. Dazu später mehr.

Anmerkung: Anscheinend stimmt mit der Forensoftware etwas nicht, da auch heute die Bilder zwar hochgeladen, aber nicht angezeigt werden. Bis das funktioniert kann der Beitrag hier auf meiner Webseite mit Bildern angesehen werden.

Edit hat die fehlenden Bilder angehängt, weil die Anzeige wieder funktioniert.

Viele Grüße
Bernhard
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Module (Gleichstrom) und Dioramen in H0



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 11.03.2016 11:56 von EfBeGe.


Ohne Bürokratie funktioniert auch das Modell-BW nicht...
22.01.2016 18:06:16
Ohne Verwaltung geht nix - auch nicht auf der Modellbahn.

Als nächstes also die Lokleitung bzw. BW-Verwaltung. Leider wird die Umgebung nicht annähernd so schön wie hier auf dem Faller-Foto.

Zur Auswahl standen die entsprechenden Gebäude von (in alphabet. Reihenfolge) Auhagen, Faller und Vollmer. Die Lokleitstelle von Vollmer hat mir zwar ob des Krüppelwalmdaches am Meisten zugesagt. Allerdings schien mir, daß stilistisch das DB-Verwaltungsgebäude von Faller (Artikel Nr. 120235) am besten zum vorhandenen Kibri-Lokschuppen "Ottbergen" paßt, weswegen die Entscheidung dann für diesen Bausatz fiel. Mit diesem wollte ich dann gleich die Viessmann Hausbeleuchtung ausprobieren, weswegen neben dem Faller-Bausatz auch das entsprechende Hausbeleuchtungs-Startset mitbestellt habe.

Ich habe in meinem Modellbahnerleben schon so manchen Bausatz zusammengebaut, die meisten davon von Faller. Das war jedoch der erste (relativ) neu konstruierte und vor allem der erste seit einer ganzen Anzahl von Jahren. Ich habe noch einen wortwörtlichen Haufen von Bausätzen in Originalverpackung hier liegen, die aufs Zusammenbauen warten - aber "natürlich" war für den jetzigen Zweck kein geeigneter darunter.

Manche Dinge verlernt man aber nicht - und so war der Bausatz in einem überschaubaren Zeitraum fertig. Ich denke, daß ich mir die Beschreibung, wie die einzelnen Spritzlinge aus der Packung kamen, Fenster eingepaßt und letztlich die Wände zusammengeklebt wurden, sowohl in Bild wie Text sparen kann. Die Teile paßten hervorragend zusammen, die Regenfallrohre waren auf jeden Fall deutlich einfacher als in früheren Jahren zu montieren (da waren die mir immer ein Graus) - manchmal taugen Neuerungen eben doch etwas; der Gesamteindruck ist prima.

Vor dem Beginn des Zusammenbaus habe ich eine ganze Weile überlegt, ob ich die Teile farblich nachbehandeln oder im Lieferzustand belassen soll. Nach einigem Hin und Her habe ich mich dann dazu entschlossen, die Teile zu lassen, wie sie aus der Packung kommen. Bei einer Modellbahn mag ich es normalerweise, wenn man auch sieht, daß es eine Modellbahn ist. So schön kunstvoll gealterte Modelle (seien es Gebäude, seien es Triebfahrzeuge oder Wagen) auch sind - ich zähle zu der Fraktion, die auf Bildern wie in natura gerne sieht, daß es sich um Modelle handelt. Hinzu kommt in diesem Fall, daß der Lokschuppen vor Jahren ebenfalls "originalbelassen" zusammengebaut wurde und beides so für mein Empfinden besser harmoniert.

Anders als ursprünglich gedacht fand jedoch die Viessmann-Hausbeleuchtung keine Verwendung, sondern ich habe ganz traditionell die dem Bausatz beigefügte Lichtschutzmaske eingesetzt. (Siehe Foto hier) Zwar ist die einzelne Beleuchtung der Fenster eine prima Sache, vor allem, weil man dann zu jeweils unterschiedlichen Zeiten in den diversen "Zimmern" Licht an- und ausgehen lassen kann. Allerdings hätte ich aus dem Startset nur etwa ein Drittel der Teile verwenden können, da sowohl die mittleren wie die kleinen Fenstermasken schlicht zu klein sind. Drei oder gar vier solcher Sets zu erwerben, um am Ende möglicherweise (das läßt sich ja auch in anderen Bausätzen verwenden) ein Viertel oder mehr übrig zu haben, weil es nirgendwo paßt, war mir dann doch nicht das Richtige. Von der Belastung des Modellbahnetats ganz zu schweigen, denn dann hätte ich für die Beleuchtung (Leutdioden braucht es ja auch noch) etwa so viel ausgeben müssen wie für den eigentlichen Bausatz - dieses Verhältnis ist mir denn doch etwas unpassend.

Also habe ich etliche Fenster der Lichtmaske gemäß einem vorher überlegten Plan zunächst mit Pappe hinterklebt und dann zwei Mal schwarz angemalt, so daß beim Einschalten einer konventionellen Glühbirnenbeleuchtung nicht alle Fenster beleuchtet sind. Hier war es mir jetzt nicht so wichtig, die Fenster zu verschiedenen Zeiten getrennt beleuchten zu können. Für die noch in Planung befindliche Kleinstadt werde ich mir etwas anderes überlegen, denn da würde es auf jeden Fall gut sein und Leben in die Stadt bringen, werden die "Zimmer" unabhängig voneinander beleuchtet.

Am Ende hatte ich nach wenigen Stunden reiner Bauzeit ein schönes Verwaltungsgebäude (siehe Foto hier), das beim provisorischen Aufstellen genau so aussah, wie ich es mir vorgestellt hatte. Rundum zufrieden kann es nun an den nächsten Bauschritt gehen - ich schätze mal, das wird das Einschottern der Gleise sein.

Und so sieht das Modul inzwischen aus, wenn alle vorhandenen Teile aufgestellt sind: Link zum Foto bisherige Gesamtansicht.



Das Einleitungsfoto stammt von der Faller-Webseite und wurde verwendet mit freundlicher Genehmigung der Firma Gebr. Faller GmbH. Herzlichen Dank.


Anm.: Edit hat die Fotos als Anhänge beigefügt, weil das Anzeigen wieder funktioniert.

Viele Grüße
Bernhard
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Module (Gleichstrom) und Dioramen in H0



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 11.03.2016 11:59 von EfBeGe.


Re: Ohne Bürokratie funktioniert auch das Modell-BW nicht...
22.01.2016 18:22:42
Hallo Bernhard,

wir finden die Auswahl Klasse winking smiley. Und das Modell sieht nachher im eingebauten Zustand sicher so aus
wie auf unserem Foto.

Ein schönes Wochenende!

Gruß
Stefan Rude
Re: Ohne Bürokratie funktioniert auch das Modell-BW nicht...
22.01.2016 18:49:21
Bilder: Unsere Programmierer sind immer noch am suchen. Aber gif- und png-Dateien sollen funktionieren, nur JPEG-Dateien gehen nicht. Wir bleiben dran und melden, wenn es wieder komplett funktioniert.

Grüße
Jörg Vallen
Re: Ohne Bürokratie funktioniert auch das Modell-BW nicht...
22.01.2016 21:19:59
Hallo,

oh, prima. Danke für die Information. GIF und PNG sind kein Problem, dahin kann ich (bzw. mein Grafikprogramm) konvertieren. Werde ich morgen ausprobieren. smiling smiley

Viele Grüße
Bernhard
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Module (Gleichstrom) und Dioramen in H0
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